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6Themenfelder

Page history last edited by Basti Hirsch 10 years, 9 months ago

Bei "Die Bildung Hacken" soll es darum gehen, wie sich mit den neuen Mitteln des Web Bypässe für das verhärtete und festgefahrene Bildungssystem finden lassen. 6 Themenfelder haben wir identifiziert, die wir auf der Unkonferenz bearbeiten wollen. [Kritik, Verbesserungen, Diskussion usw. willkommen!]

 

>> Die Themen-Schwerpunkte können vor Ort noch geändert werden. Möglichst aber nicht beleiebig, sondern so, dass insgesamt ein Gesamtbild von "Die Bildung Hacken" entsteht. Ein Vorschlag (siehe unten, Kommentar) ist es, zu überlegen, was "Lernen" genau ist. Man könnte da auch über den Begriff "Bildung" reflektieren.

 

[1] Informelles Selbstlernen im Web (Anja)

Wie können sich SelbstlernerInnen im Web mit möglichst geringem Aufwand zusammenschließen? Wie können sie sich selbst Lernziele setzen, sie nachhaltig verfolgen und vorzeigbare Ergebnisse erzielen? Wie wichtig sind Tools, digitale "Ökosysteme", soziale Praktiken, Arbeitstechniken? ...

 

[2] Weiterbildung 2.0, 'Workplace Learning' usw. (Frank)

Weite Teile herkömmlicher "Weiterbildung" sind Geld- und Zeitverschwendung. Welche Schlüsselkompetenzen brauchen Informations- und Wissensarbeiter wirklich? Wie sieht das aus in kleinen,mittleren und größeren Unternehmen und Organisationen? Wie sieht das aus in verschiedenen Branchen Wie für Leute, die auf Projektbasis arbeiten? Wie können sie sich aneignen, jenseits von überteuerten und inhaltlich fragwürdigen Seminaren? Wie kann man sie dabei unterstützen? Wie können sie ihren Arbeit- und Auftraggebern vermitteln, dass sie über diese Kompetenzen verfügen? ...

 

[3] Schule 2.0: Jenseits der Klassenzimmer (Lisa)

Wie können SchülerInnen neben dem offiziellen Schulbetrieb sich die Kompetenzen aneignen, die ihnen in der Schule niemand beibringt? Das betrifft benachteiligte SchülerInnen aus "bildungsfernen Milieus" ebenso wie SchülerInnen in höheren Schulapparaten, denen nicht die komplexen Schlüsselkompetenzen des neuen Jahrhunderts vermittelt werden.

 

[4] Studium 2.0: Offene Materialien, Offene Universitäten (Basti)

Wie können StudentInnen sich im Web den Freiraum für ein Studium verschaffen, das diesen Namen verdient, neben ständigen Multiple Choice-Prüfungen und dem üblichen Notenstress? Wie können sie sich ihre Studien- und Lernmaterialien selbst erstellen und besorgen? Welche Modelle von web-gestützten "offenen Universitäten" gibt es?

 

[5] Lernen jenseits der Druck- und Buchkultur (Ton)

Ein großer Prozentsatz von LernerInnen fühlt sich nicht zuhause mit schriftlichen, abstrakt formulierte Texten. (Und das sind keineswegs nur solche aus "bildungsfernen" Blue Collar-Milieus.) Es ist klar, dass diese Kompetenz wichtig ist, aber inzwischen gibt es auch neue Arten, komplexe "Texte" mit anderen elektronischen Medien zu erzeugen und darzutellen: mit verlinkten Video-Clips, Audio-Clips, Handy-Bilder mit kurzen Schlagworten und Sätzen ... Es gibt Text2Speech und Speech2Text, es gibt die Möglichkeit, Videos sekundengenau zu markieren und zu verlinken, ... In Afrika wurde schon mit Audio-Wikis experimentiert. Was ist hier möglich? Wie kann man über die Fixierung auf die Buchkultur überwinden?

 

[6] Die Bildung hacken in der "wirklichen Welt" (Jöran)

Es gibt eine ganze Reihe von Experimenten, die ohne digitale Technologien versuchen, den herkömmlichen Bildungsapparat zu umgehen, zu ergänzen und/oder umzufunktionieren. Welche "Hacks" gibt es hier, die Alternativen bilden zu Klassenzimmern und Seminaren? Inwiefern kann man sie mit Web-Mitteln erweitern und verstärken? Und wie kann man digitale Kollaborations-Erfahrungen aus dem Web in den "realen Raum" übersetzen?

 

[X] Alternative: Was ist das eigentlich: "Lernen"? (siehe Kommentar unten)

Informelles Lernen vs. formelles Lernen; Selbstlernen; der dt. Begriff "Lernen", der im normalen Sprachgebrauch meist negative Untertöne hat ("lernen müssen") vs. den engl. Begriff "learning", der ganz spontan dort mehr emphatisch und individuell verstanden wird. ... [Gefahr ist, zu sehr ins Philosophieren zu kommen. Wichtig wäre, zzusätzlich einen konkreten Zugang für "Weblernen", "Lernen mit/in digitalen medien" usw. zu definieren ...]

Comments (11)

Helge Staedtler said

at 1:21 pm on Sep 28, 2009

@Martin: Welche Themenfelder würdet ihr Euch denn wünschen als "Satellit" bzw. welche Themen haltet ihr für besonders geeignet in einem Spinoff bearbeitet zu werden?

wneuhaus said

at 2:12 pm on Sep 28, 2009

Lernen hat für mich vor allem mit Handlung, Veränderung, sozialer Vernetzung und direkter Aktion zu tun. Bücher, Texte, Interaktive Videoclips und Handybilder können mir behilflich sein, diese Aktionen durchzuführen und zu kommunizieren, haben aber einen vergleichsweise geringen Anteil am eigentlichen Lernprozess. Deshalb fänd ich eine Session toll, in der wir zu klären versuchen, was eigentlich "Lernen" ist.

Helge Staedtler said

at 3:08 pm on Sep 28, 2009

@Wolfgang: Danke für Deine Antwort! Klären zu versuchen was "Lernen" ist, ... ui, ui, ui... das setzt ja wirklich bei grundlegendsten Fragen an die man sich denken kann. Wollt ihr da in die Neuropsychologie und -physiologie gehen? Na da bin ich ja dann auf jeden Fall schon mal gespannt, was ihr in Berlin da rausbekommt.

wneuhaus said

at 3:18 pm on Sep 28, 2009

@Helge_Staedtler : ja nun ... wollen wir nun die Bildung hacken oder nicht?

Lisa Rosa said

at 4:08 pm on Sep 28, 2009

"was Lernen ist" ... ist eine wichtige Frage. Aber auch eine Frage, die wir so nicht auf der Konferenz einfach mal "klären" können. Natürlich können wir nicht ohne eine Konzeption von "Lernen" die Bildung hacken. Wir müssen uns aber klar sein, dass wir auf der Konferenz sicherlich mit vielen verschiedenen Konzeptionen von "Lernen" implizit zu tun haben und daher auch viele Missverständnisse entstehen werden - wie in der ungehackten Bildungsdiskussion ja auch. Vor allem wäre für uns eine wenigstens knappe Verständigung darüber, was wir unter Lernen verstehen sinnvoll, weil der Begriff von Lernen sich ja gerade wandelt bzw. wandeln muss - und das genau wegen der neuen Medien, die uns aus der Buchgesellschaft rausführen, in der der Humboldtsche Lernbegriff entstanden ist. Es gibt eine ganze Geschichte der Entwicklung des Lernbegriffs, die so alt ist, wie das Lernen (und die Menschheit). Wir sollten also darauf fokussieren, wie der jetzt neu anstehende Lernbegriff aussehen muss, der das (neue) Lernen in Zeiten des Umbruchs zur Wissensgesellschaft begreifen kann - gegenüber demjenigen Lernbegriff, der immer noch in den Köpfen vorherrscht und bröckelnder Bestandteil des immer weniger passenden Bildungssystems ist und der als Lernbegriff eben auch immer weniger passt. Ein unhistorisch verstandener Lernbegriff aber ("Lernen ist und bleibt eine anthropologische Konstante", wie ihn etwa die Neurobiologen verstehen) würde hinter die Praxis zurückfallen, mit der wir uns befassen. Wir sollten also keine Neurowissenschaft betreiben, sondern vllt pragmatisch rangehen: Welche Eckpunkte (aus beobachteter Praxis) sind wesentlich für Lernen heute bzw. morgen? Welche der vielen Lerntheorien ist am nähesten dran, um diese Eckpunkte begreifen/begrifflich fassen und theoretisch erklären zu können? (Das grenzt zum Glück schon ziemlich ein, denn da bleiben nur drei: Konstruktivistische, konnektivistische und tätigkeitstheoretische Ansätze.)

Helge Staedtler said

at 4:42 pm on Sep 28, 2009

@wneuhaus: "ja nun ... wollen wir nun die Bildung hacken oder nicht?" - auch wieder korrekt. Das sit dann ein sogenannter root-level-hack. ;-)
@Lisa Rosa: Ich bin ja auch der Ansicht, wenn zwei Flugzeugingenieure was anderes unter leitwerk verstehen, wird das Ding nie fliegen. Von daher ist das wohl notwendig, sofern die Teilnehmer derart unterschiedliche Auffassungen haben, dass sie tatsächlich von verschiedenen Dingen reden.

Solange man keinen Beweis führen kann oder eine Falsifikation möglich ist, wage ich eigentlich auch nicht von (Lern-)Theorie zu sprechen. Eine Theorie muss für mich entweder widerlegbar oder beweisbar sein. Aber will man sich damit aufhalten, dann kommt man mit dem Hacken vermutlich nicht mehr so arg weit glaube ich fast. Eine socalled german "Grundsatzdiskussion" jedenfalls könnte die perfekte Anti-Hacking-Maßnahme sein. ;-)

Ich denke eines können wir festhalten: Wer das System hacken will, der muss es zuvor verstanden haben und die Schwachstellen kennen. Wo sind die Schwachstellen des Bildungssystems fänd ich eine gute Frage.

Lisa Rosa said

at 5:00 pm on Sep 28, 2009

Theorien als Erklärungsmodelle müssen viabel sein, nicht beweisbar. Sonst könnten die social ciences und humanities sofort einpacken.
"Wo sind die Schwachstellen des Bildungssystems" find ich auch eine sehr gute Frage. Denn an den Schwachstellen bzw. Widersprüchen muss man ansetzen. Die Hauptschwachstelle ist m. E. das, was Luhmann den spezifischen Systemdefekt nennt: Dass freiwillig gelernt werden soll, was andere "befehlen" zu lernen. Mithin die erfórderliche Selbstbestimmung erfolgreichen Lernens steht an zur Umsetzung. (Oder, wie Kant schon sagte: "Wo ist die Freiheit bei all dem Zwange?") Der Widerspruch, mündige kreative und kompetente demokratische Bürger herzustellen durch "Erziehung", also durch ein Zwangssystem, ist heute zugespitzter denn je. (Denn zum ersten Mal kann man auch woanders lernen, wo es absolut freiwillig zugeht - im Netz).

Wolfgang Schreiber said

at 6:22 pm on Sep 28, 2009

Da passt unser (d.i. open-learning.net) Motto "Lern doch, was Du willst!", das ein wichtiges Ziel unseres Vorhabens beschreibt: Die Förderung der "erforderlichen Selbstbestimmung". Mir ist dabei wichtig hervor zu heben, dass jeder erfolgreiche Lernschritt - und sei er auch noch so klein - immer mit persönlichem Wachstum verbunden ist. Ich bin überzeugt, dass aus diesem persönlichen Wachstum ein wesentlicher Teil der Motivation zum Lernen gespeist wird.
Vor diesem Hintergrund finde ich wichtig neben dem Bereich des institutionellen Lernens auch diejenigen in den Blick zu nehmen, die dem Bildungssystem schon entwachsen sind und die aus eigenem Antrieb kaum wieder auf die Idee kommen würden noch einmal systematisch etwas zu lernen. Ich hoffe, dass sich hier unter Rückgriff auf das Netz, auf Opeen Educational Ressources und die Möglichkeiten des Web 2.0 Ansätze entwickeln lassen.

Helge Staedtler said

at 10:14 pm on Sep 29, 2009

Habe mir eben eduFire.com angesehen. Mit 5$ ist man dabei wenn man eine Anfängerlesson Japanisch nehmen möchte. Ich schätze auch, dass OER ein Thema sein werden. Aber ob die Inhalte, die einem beibringen wie man "Fische fängt" tatsächlich jemals frei verfügbar sein werden, oder ob man nicht doch letztlich den Preis im Gegenwert der "verkonsumierten Fische" dafür zahlen muss, das ist eine offene Frage, denke ich.

Felix Schaumburg-Blum said

at 9:19 am on Oct 14, 2009

An anderer Stelle (Twitter? Blog-Kommentare? - ich weiss es nicht mehr genau) wurde angedacht, auf dem Treffen auch darüber nachzudenken, wie Schule als Institution neu gedacht und/oder neu erfunden werden kann. Der Schwerpunkt bei Themenfeld 2 "Weiterbildung 2.0, 'Workplatz Learning' usw." liegt auf der Erwachsenenbildung, oder?

Wie wäre eine Einteilung in

A) schulische Bildung,
B) universitäre Bildung,
C) berufliche Bildung,
D) Tools?

Als übergreifendes Thema würde sich die Frage anbieten, welche Aufgaben Bildungsinstitutionen heute haben (Tradierung von Wissen / Kultur? Kompetenzen? Inhalte?) und im weitesten Sinne auch, was "Lernen" eigentlich ist (was aber auf der Tagung selber nach Möglichkeit nicht erörtert werden sollte...)

Felix Schaumburg-Blum said

at 6:18 pm on Oct 25, 2009

Wo sammeln wir die Ergebnisse aus den Etherpads der Sessions?

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