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DieBildungHacken

Page history last edited by Martin Lindner 10 years, 12 months ago

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I(mit OBJ)
jmd. hackt etwas zerkleinern Hast du schon Holz gehackt?, Ich muss noch Petersilie hacken., einen alten Schrank in Stücke hacken. [Bildung = Holz, Petersilie, alter Schrank ?]
II(mit OBJ/ohne OBJ)

jmd. hackt etwas landw.: mit einer Hacke (be)arbeiten Sie muss noch ein Beet/Rüben hacken., Er hat stundenlang im Garten gehackt. [Bildung = Beet, Garten ?]

III(ohne OBJ, aus dem engl. Programmierer-Jargon)

jmd. hackt (sich in etwas Akk.) edv: ohne Erlaubnis in ein fremdes Computersystem eindringen

[Bildung ist ein großes geschlossenes Computersystem, wie der Pentagon-Computer ?]

IV(mit OBJ, aus dem engl. Programmierer-Jargon)

jmd. hackt etwas edv: ein großes geschlossenes System mit kleinen, selbstgeschriebenen, möglichst einfachen Programmen spielerisch umfunktionieren, kreativ verändern, öffnen

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Das sind in etwa die relevanten Bedeutungen für dieses Konferenz-Projekt. In erster Linie natürlich IV.,

aber auch III. ist durchaus relevant (alle Formen von Spicken-und-Kopieren-mit/aus-dem-Web).

Und auch die wörtlichen deutschen Bedeutungen unter II. und I. sind gut anwendbar ...

Hier sind zwei Vorschläge, was das bedeuten kann.

Jede/r ist aufgerufen, die eigenen gedanken dazu unten auf der Seite anzufügen.

-------------------------

 

1. "Wenn “Hacken” so gebraucht wird, wie das OpenSource-Programmierer und MIT-Studenten seit langem tun, bedeutet es: Kreative, unkonventionelle, technisch versierte und lose vernetzte “Einzelkämpfer” funktionieren spielerisch ein vorhandenes kompliziertes und geschlossenes System für eigene Zwecke um. Das System wird geöffnet. Seine Kraftquellen werden angezapft, die Möglichkeiten anders genutzt als vorgeschrieben. Dabei setzen “Hacker” möglichst einfache Mittel so geschickt ein, dass sie maximale Wirkung erzeugen. ... 

 

Das alte Bildungssystem “hacken”, das heißt seine eigenen Mittel besser zu kennen und zu beherrschen als das System selbst und es dann mit Hilfe digitaler Technologien umzufunktionieren. Wie ein Hip-Hop-DJ den Plattenspieler umfunktioniert. ... Eine radikal andere Perspektive, die/den einzelne/n LernerIn radikal in den Mittelpunkt stellt. Nicht den Nutzen, den sich das System vom Lernen/Lehren verspricht, nicht die Perspektive der Lehrenden, sondern “die Nutzer” selbst. Genau so wie im Web immer schon die/der Einzelne im Zentrum steht: Die leere Google-Seite als Schnittstelle zum Weltwissen. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Eine unfassbare Revolution." (Martin Lindner, längerer Blogpost dazu hier.)

 

2. Fred Wilson (Initiator der HackingEduvcation-Konferenz): "But I also believe the the public school system in this country is badly broken. And it's not just the public school system in the US. It's the entire education system that's stuck in the past. I've been thinking a lot about it lately, and I've come to believe that we need to completely reinvent the way we educate ourselves. And, of course, I believe that the Internet is the tool we can use to do that. ...

 

The tools to do this are right in front of us; peer production, collaboration, social networking, web video, voip, open source, even game play. I think we can look at what has happened to the big media institutions over the past ten years as a guide to how to do this. We will use a "revolution of the ants" to take down our education institutions and replace them with something better. We all have to start participating and engaging in educating each other. ...

 

We also need to rethink educational testing. I've watched my oldest daughter go through the craziness of preparing for and taking the SATs, ACTs, and SAT2s. If you have access to the best test prep talent, you can max these tests. Money can buy scores. That's wrong. We need some kind of more organic, more authentic system ..." (Blogpost Hacking Education)

 

3. "Eine wesentliche Stärke des Lernmodells der Hacker liegt in der Tatsache, dass das Lernen eines Hackers andere weiterbringt. Wenn ein Hacker den Quellcode eines Programms untersucht, entwickelt er es oft weiter, und andere können so aus seiner Arbeit lernen. Überprüft ein Hacker Informationsquellen im Netz, fügt er oft nützliche Informationen aus seinem Erfahrungsschatz hinzu. Andere Probleme werden laufend einer kritischen Entwicklungsdiskussion unterworfen. Die Belohnung for die Teilnahme an dieser Diskussion ist die Anerkennung durch Gleichgesinnte. Das offene Lernmodell der Hacker kann man als ihre "Netz-Akademie" bezeichnen. Damit meinen wir eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde Lernumwelt, die von den Hackern selbst geschaffen wird..." (Die Hacker Ethik (2001) von Pekka Himanen, S. 98, Zitat beigesteuert von Sebastian Fiedler)

 

 

Comments (8)

Sebastian Fiedler said

at 1:37 pm on Mar 24, 2009

Passenedes findet sich auch in dem Buch "Die Hacker Ethik" (2001) von Pekka Himanen.

Kostprobe:

"Eine wesentliche Stärke des Lernmodells der Hacker liegt in der Tatsache, dass das Lernen eines Hackers andere weiterbringt. Wenn ein Hacker den Quellcode eines Programms untersucht, entwickelt er es oft weiter, und andere können so aus seiner Arbeit lernen. Überprüft ein Hacker Informationsquellen im Netz, fügt er oft nützliche Informationen aus seinem Erfahrungsschatz hinzu. Andere Probleme werden laufend einer kritischen Entwicklungsdiskussion unterworfen. Die Belohnung for die Teilnahme an dieser Diskussion ist die Anerkennung durch Gleichgesinnte.
Das offene Lernmodell der Hacker kann man als ihre "Netz-Akademie" bezeichnen. Damit meinen wir eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde Lernumwelt, die von den Hackern selbst geschaffen wird..." (s. 98).

Beste Grüße,,

Sebastian

Lutz Berger said

at 10:02 pm on Mar 24, 2009

We didn´t start the fire: Ein Trierer Hochschulteam unter der Leitung von Professor Roland Eckert verglich in den Neunzigern universitäres Lernen mit der Arbeitsweise der Hackern. Eckert kam zu dem Ergebnis, daß Hacker weitaus effektiver lernen, als ihre konventionellen Kommilitonen. Eckert: „Es ist eine schöpferische Form des Lernens, das weit weniger Leid und Versagensängste beschert und kreativer ist als alles, was wir an der Hochschule haben."

Martin Lindner said

at 10:32 am on Mar 28, 2009

Guerilla Tactics (neues Stephen Downes Video) ist essenziell: aber man muss es selbst in microcontent zerlegen, übersetzen, in viele kleine einfache aktivitäten splitten (er schlägt dort jedem vor, alles auf einmal zu tun). lustiger weise ist genau das, was er vorschlägt, mit formellen lern-inhalten zu tun.

http://www.downes.ca/web20.htm

Ellen Trude said

at 7:59 pm on Mar 28, 2009

Nicht unbedingt akademisch, aber aus der Praxis: kann auch bedeuten, so lange auf etwas (herum-)hacken, bis es eine andere (gute?) Form bekommt. Hat für mich etwas mit vielen kleinen Aktivitäten zu tun und gründet sich auf der Erfahrung, dass der große Wurf meist das Ziel verfehlt.

Martin Lindner said

at 7:20 am on Mar 29, 2009

"auf etwas herumhacken": LOL. das fehlte noch. der richtige begriff, wenn das ganze am ende nicht so gut funktioniert. wenn man sich trifft und alle sich nur beschweren, dass nichts richtig funktioniert. nerviges kleinklein. und am ende fragt man sich, ob man da wirklich einen schritt weitergekommen ist ...

Anja C. Wagner said

at 6:05 pm on May 27, 2009

Zitat aus Donald A. Norman: The Design of Future Things (2007):

"When faced with a need, we are often capable of designing quite novel solutions; 'hacks' they are sometimes called: folded paper under a table leg to stabilize the table, newspapers pasted over a window to block the sun." (S.67)

Wey-Han Tan said

at 1:32 pm on Aug 10, 2009

Es gibt da ein wunderschönes Zitat von Claus Pias, in der auf die Ambivalenz von Zerstörung und Neuschaffung, von Grenzüberschreitung und Grenzziehung eingegangen wird:

"Der Hacker schleppt also die Grenze, die er zu überwinden scheint, immer mit und zieht sie ununterbrochen neu. Wo immer durch ihn offensichtlich Spiele möglich werden, die vorher nicht da waren, erzeugt er selbst nicht nur einen ökonomischen, juridischen oder moralischen Regelungsbedarf, sondern auch einen hackerfreien Raum.
Weil der Hacker diese Ambivalenz in sich trägt, kann er sich auch selbst entscheiden, ob er sich als Aufklärer oder Zerstörer betätigt, ob er Utopist oder Zyniker wird, Pädagoge oder Sicherheitsberater.“

Pias, Claus: Der Hacker. In E. Horn und S. Kaufmann (Hrsg.): Grenzverletzer. Figuren politischer Subversion. Kadmos, Berlin 2002, S.9.

Helge Staedtler said

at 10:36 pm on Sep 23, 2009

Ich möchte den Beitrag in TP noch erwähnen: "Hacken als Form der Gesellschaftskritik" - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9195/1.html

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